Die "Regeln für den SchlagWortKatalog" sind ein Regelwerk, nach
dem ein Medium verschlagwortet werden kann. Die RSWK werden von "Die
Deutsche Bibliothek" in Frankfurt gepflegt und in Deutschland, Östereich
und der Schweiz von vielen Bibliotheken und Verbünden benutzt. Es
existiert kein vergleichbares System gleichen Umfangs im deutschsprachigen
Raum.
Die SWD (Schlagwortnormdatei) ist der genormte Wortschatz, mit deren
Hilfe nach RSWK verschlagwortet wird. Nur in der SWD enthaltene Schlagworte
werden vergeben, damit der gleiche Sachverhalt nicht unter verschiedenen
Worten zu finden ist (Bsp. WWW-Server und Webserver).
Ein Thesaurus zur SWD ist online kostenlos nicht verfügbar, kann
aber in vielen Bibliotheken kostenlos genutzt werden. In Koblenz gibt es
die CD-ROM in
der Rheinischen Landesbibliothek. Eine
Krücke ist der Onlinekatalog
der deutschen Bibliothek in Frankfurt. Wenn man unter "Schlagworte
ab 1986" sucht, bekommt man die Ansetzungsformen angezeigt.
Die Schlagworte der SWD größtenteils in eine Hierarchie
eingebunden und bilden eine Baumstruktur. Ein Knoten kann allerdings mehrere
Väter haben, wenn ein Schlagwort verschiedene Bedeutung hat (Bsp.
"Netzwerk" als Nachfolger von "Unternehmensnetzwerk" und "Rechnernetze").
Einem bestimmten Werk wird immer nur das engste Schlagwort, also ein Blatt
des Baumes zugeordnet. Die Hierarchiestruktur ist in unter anderem in der
SWD hinterlegt. Nur wenn die Normdateien im System hinterlegt sind, kann
nach übergeordneten Schlagworten gesucht werden. (Bsp. das Schlagwort
sei "Netzwerk", nur mit Hilfe der SWD bringt eine Suche nach "Unternehmensorganisation"
den Treffer). Zusätzlich werden in den Normdateien verschiede Verweisungsformen
gepflegt. Beispielsweise sind ausländische Namen in deutscher Schreibweise
als Verweisung enthalten.
An unserer Universitätsbibliothek wird aus Personalgründen
keine Verschlagwortung durchgeführt. Durch die Angliederung an das
HBZ (Hochschulbibliothekszentrum) Köln kann eine Verschlagwortung
nach RSWK für die meisten Werke ohne lokalen Aufwand erreicht werden.
Die Schlagworte werden automatisch mit dem Datensatz in das Lokalsystem
übernommen. Da nicht für alle Werke die Daten im HBZ vorhanden
sind, wird es Bücher geben, die lokal keine Schlagworte im Datensatz
aufweisen. Dadruch wird die Verschlagwortung an der Unibibliothek nicht
vollständig sein.
Speziell für die Informatik muss sich zeigen, wieviel die Verschlagwortung
nach RSWK bringt. Quantitativ ist mit einer Verschlagwortung nahezu aller
Medien zu erwarten, die im deutschsprachigen Raum erschienen sind. Ausländische
Titel und "graue Literatur" wie Dissertationen werden nur selten im HBZ
verschlagwortet sein. Qualitativ wurde die SWD gerade in den letzten Jahren
im naturwissenschaftlichen Bereich ausgebaut.
Bei einer Recherche muss also immer nach Stichworten und Schlagworten
oder Kombinationen gesucht werden. Das eine kann das andere nicht ersetzen.
Im OPAC der Universitätsbibliothek ist eine Suche nach Schlagworten
nur über die freie Suche oder Expertensuche möglich. Im WWW-OPAC
kann auch in der Standardsuche nach Schlagworten gesucht werden. Mit Hilfe
der Schlagworte nach RSWK wird eine Erhöhung der Treffermenge gegenüber
dem derzeitigen Zustand möglich sein. Es sei an dieser Stelle noch
einmal darauf hingewiesen, dass im Bereich der Informatik derezit nur Schlagworte
der Anschaffungen vor 1992 und nach 1998 existieren.